Einleitung:
Wie wahrscheinlich jede 7 jährige Tochter hat sich unsere Lea letztes Jahr vom Christkind eine Digitalkamera gewünscht. Jedes mal wenn wir uns die Kamera von ihrem Onkel ausgeliehen haben, hat sie mit Begeisterung die gesamte, nicht gerade klein ausfallende Speicherkarte vollgeknipst. Und ich muss sagen, dass sie hier echt trotz ihrer 7 Jahre ein talentiertes Auge für schöne Motive hat.
Das hat wohl auch das Christkind mitbekommen und so hat Lea zu Weihnachten die 10 Megapixel-Kamera Samsung ES55 geschenkt. Zufälligerweise hat auch mich das Christkind mit einer Digitalkamera bedacht. Und zufälligerweise war es auch bei mir ein Modell der Marke Samsung. Es war die Samsung ES15, die kleine Schwester der ES55. Bedeutete das also quasi, dass meine 7 jährige Tochter nun die bessere Kamera besitzt?
Beschreibung (der identischen Ausstattung):
Bei beiden Kameras handelt es sich hier um ein 10-Megapixe Modell mit 3 fachem optischen Zoom, einem großen 2,5 Zoll (6,4 cm) LCD-Display, Bildstabilisator DIS, automatischer Gesichtserkennung und vielem mehr. Die Displays haben die als “Intelligent” bezeichnete automatische Anpassung der Helligkeit, was auch super funktioniert. Ein ständiges (Nach-)Regeln der Helligkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen entfällt dadurch komplett.
Vor dem Kauf solle man sich allerdings im Klaren darüber sein, dass bei beiden Modellen keine Speicherkarte enthalten ist. Ich denke aber, dass das normal ist und zum Glück hat das Christkind auch bei uns beiden Beschenkten an eine 8GB große SDHC-Karte gedacht. Somit konnten wir direkt loslegen.
Nach dem Einschalten wird man von einem sehr gut strukturierten und wie ich finde intuitiv zu benutzenden Menü begrüßt. Darüber können alle Einstellungen schnell vorgenommen werden. Zusätzlich sind noch einige Schnelltasten vorhanden über die man häufig benutzte Funktionen direkt anwählen kann. Hier sind insbesondere die Blitz-Optionen und der Selbstauslöser zu erwähnen. Einmal gespeicherte Bilder lassen sich direkt über eine omnipräsente Taste anschauen, wobei es auch hier umfangreiche Möglichkeiten gibt die Bilder nachträglich zu bearbeiten, oder zu löschen.
Die erstellten Bilder, welche wir Beide bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen geschossen haben, weisen eine geniale Qualität auf und sind Rattenscharf. Unser Tannenbaum ist wohl der am meisten fotografierte Tannenbaum 2009
Perfekt gelungen ist in meinen Augen die Diashow-Funktion. Dabei lassen sich nicht nur die unterschiedlichsten Überblendeffekte einstellen, sondern man kann auch diverse angenehme Sounds hinterlegen, was das ganze erst recht zu einem multimedialen Vergnügen werden lässt. Unsere Tochter nutzt diese Diashow z.B. sehr oft wenn Sie Ihren Freundinnen die Fotos zeigt.
Die Videofunktion scheint auch durchdacht und für Hobbyfilmer wie mich durchaus ausreichend zu sein. Videos werden als MPEG4 im AVI-Format erstellt und haben eine maximale Auflösung von 640 x 480 Pixel. Das Besondere an der Vidofunktion ist, dass selbst der oben erwähnte 3 fach optische Zoom während des Drehs komplett zur Verfügung steht und zudem ein integrierter Bildstabilisator für wackelfreie Filmaufnahmen sorgt. Wie auch bei der Fotofunktion kann man schon in der Kamera einfache Bearbeitungen (z.B. Schneiden und Einzelbilder Extrahierung) am erstellten Video vornehmen.
Beschreibung (der Unterschiede):
Kommen wir nun zu den eigentlichen Unterschieden der beiden Modelle.
- Optik & Design: Den Designerpreis würde wohl eher die ES55 gewinnen. Gegenüber der ES15 wartet diese mit einer gebürsteten Aluminiumfront auf und wirkt im Ganzen ein wenig kleiner und handlicher. Die ES15 wiegt bei einer Größe von 2,5 x 9,4 x 6,3 cm 118 Gramm während die ES55 2,2 x 9 x 5,9 cm groß ist und 116 Gramm wiegt. Richtig deutlich wird der Gewichtunterschied aber erst, wenn man die Batterien (ES15) und den Akku (ES55) mitrechnet. Komplett betriebsbereit wiegt die ES15 dann immerhin 176 Gramm gegenüber der ES55 mit gerade mal 139 Gramm. Das liegt aber hauptsächlich an dem mitgelieferten Akku der ES55.
- Stromversorgung: Hier macht denke ich die ES55 dank des mitgelieferten SLB-10A Lithium-Ionen-Akkus das Rennen. Bei der ES15 liegen zwar zwei AA-Batterien bei, aber diese waren so nach ca. 80 Bildern leer, was aber wohl auch an meine mannigfaltigen Tests und Spielereien lag. Ich denke am Ende werde ich so pro Batterie-Duo 100-120 Bilder schaffen. Über kurz oder lang werde ich also um ein paar Akkus und ein Ladegrät nicht herumkommen.
- Display: Das LCD-Display beider Modelle hat wie oben geschrieben eine Größe von 2,5 Zoll und arbeitet mit einer automatischen Helligkeitsanpassung. Trotzdem bietet die ES55 hier das bessere Bild. Bei der ES15 scheinen die Live-Bilder ein wenig unschärfer und das Rauschen ist auch merklich größer.
- Video-/Fotoqualität: Trotz dem, in beiden verbauten 10 Megapixel Sensors, liefert die ES55 im direkten Vergleich bei meinen ISO 100-Testaufnahmen ein marginal besseres Bild. Ich muss aber zugeben, dass ich Welten von einem Profifotografen entfernt bin. Für meine Bedürfnisse kann ich allerdings sagen, das beide Kameras gestochen scharfe Bilder wie auch Videoaufnahmen liefern. Dank der eingebauten und für mich auch durchaus sinnvollen Automatik und des leistungsstarken Blitzes liefert die Kamera auch bei schlechter Beleuchtung super Aufnahmen. Einziger Mangel ist wohl, dass man die Belichtungszeit nicht manuell regeln kann.
- Tonaufzeichnung: Sowohl die ES55 als auch die ES15 leisten bei der Videoaufnahme auch eine gute Tonaufnahme, allerdings läßt sich nur die ES55 als reines Diktiergerät mit bis zu 10 Std. Tonaufzeichnung verwenden.
Fazit:
So traurig es auch für mich ist, meine Tochter hat mit der ES55 definitiv die bessere Kamera erwischt. Sie ist leichter als die ES15, bietet die bessere und schlankere Optik und hat das etwas hochwertigere Display. Die erstellten Fotos weisen zudem eine leicht bessere Qualität auf. Ich für meinen Teil denke, dass die ca. 10 EUR Mehrpreis durchaus gerechtfertigt und gut investiert sind.
Man könnte jetzt auch noch den mit der ES55 mitgelieferten Lithium-Ionen-Akku erwähnen. Aber hier scheiden sich glaube ich die Geister. Der Akku ist zwar mit dem dazugehörigen Ladekabel leichter wieder aufzuladen und bei der ES15 müsste man mindestens ein Ladegerät und ein paar AA-Akkus hinzurechnen, dafür ist die Stromversorgung bei der ES15 halt nicht proprietär und wenn der Strom mal alle ist, kann man an jeder x-beliebigen Tanke für Nachschub sorgen. Daher lasse ich diesen Punkt außen vor entscheide mich aber eindeutig für die ES55.
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