So … wie versprochen habe ich nun die NAS-Tauglichkeit meines Asus O!Play HDP-R1 getestet und muss sagen, dass alles reibungslos funktioniert.

Hiermit will ich euch eine genaue Beschreibung geben wie Ihr den Media-Streaming-Player als NAS (Network Attached Storage) im Netz einsetzt. Für mich lohnt es sich allemal, da ich nun den PC nicht mehr anlassen muss um Filme zu schauen. Ich kann einfach die Filme vom PC auf die Festplatte spielen und von dort dann irgendwann den Film streamen. Perfekt.


Einleitung

Als erstes möchte ich sagen, dass ich natürlich keinerlei Verantwortung für etwaige Systemschäden oder dergleichen übernehme. Da wir hier gleich auf der System-Shell der Asus-Box direkt hantieren solltet Ihr natürlich schon etwas versiert sein in dieser Art der Betriebssystem-Bedienung.

Eine wenig kann ich euch aber beruhigen. Das Dateisystem des Asus O!Play ist quasi Read-Only. Das soll an dieser Stelle heißen, dass Ihr eh fast nix kaputt machen könnt. Beim Neustart der Box ist alles wieder im Ausgangszustand.


Nutzbar seit der Firmware-Version 1.28

Die ganzen hier beschriebenen Funktionen setzen zwingend die Firmware-Version 1.28 voraus. Wo Ihr die herbekommt und wie Ihr die installiert habe ich schon bereits geschrieben.

Der Grund ist der, dass ab dieser Version Asus dem O!Play einen Samba-Server spendiert hat. Dieser sorgt dafür, dass das Protokoll SMB (Server-Message-Block)  unter dem Linux-System des Players verfügbar gemacht wird. Das bedeutet nichts anderes als dass die Standard-Dateidienste eines Windows-Servers übernommen werden.

Kurz gesagt … die angeschlossenen Festplatten sind in der Windows-Netzwerkumgebung zu sehen und lassen sich lesend und schreibend ansprechen.

Leider spielen hier zwei  Komponenten gegen uns.

  1. 1. Der Samba-Server ist beim Hochfahren der Box nicht aktiv
    Das bedeutet quasi, dass wir den Samba-Server manuell starten müssen.
  2. 2. Wie schon oben beschrieben ist das Dateisystem Read Only
    Wenn wir also den Samba-Server gestartet haben und die Box irgendwann mal wieder neu starten ist der Server wieder aus.

So, nun schließt mal eine externe Festplatte an dem Asus O!Play an und los geht’s.


Samba-Server starten

Um den Samba Server zu starten benötigen wir als erstes mal eine Telnet-Verbindung zu dem Asus O!Play. Wir nehmen nachfolgend mal an, dass die IP der Box 192.168.0.50 lautet.

Startet also die Kommandozeile von Windows und gebt folgendes ein und drückt Enter:

telnet 192.168.0.50

So. Jetzt dürftet Ihr mit der Box verbunden sein. Falls Ihr unter Windows 7 arbeitet könnte es allerding sein, dass Ihr nach der Eingabe von telnet die folgende Fehlermeldung erhaltet:

“telnet” ist entweder falsch geschrieben oder konnte nicht gefunden werden

Wenn das der Fall ist, dann lest meinen Artikel bezgl. der Aktivierung von Telnet unter Windows 7. Dort ist alles beschrieben.

Wenn das soweit funktioniert hat, dann solltet Ihr nun eine Login-Info sehen. Gebt als User root ein und drückt Enter. Jetzt wird Telnet euch nach dem Passwort fragen. Gebt dort gar nichts ein und drückt Enter. Ein Passwort wurde dem Root-User seitens Asus nicht spendiert.

Als nächstes gebt Ihr nun die folgenden Befehle der Reihe nach ein und bestätigt jeweils mit Enter:

cd /tmp/package/script
./configsamba
./samba start

Jetzt ist der Samba-Server gestartet. Das könnt Ihr auch direkt überprüfen. Macht einen Windows-Explorer auf und gebt oben in die Adresszeile

\\Venus

Ein. Jetzt solltet ihr eigentlich die am Asus angeschlossene Festplatte sehen

\\Venus\C

Und könnt theoretisch mit dem Kopieren loslegen.


Samba-Server per Script starten

So weit so gut, aber was ist nun, wenn Ihr den Asus O!Play neustartet. Dann müsst Ihr die ganze Prozedur wiederholen.  Also habe ich mir überlegt, dass ich den Samba-Server der O!Play einfach per Script starte.

Denkt aber bitte daran in diesem Fall die IP-Vergabe für den Asus O!Play nicht auf DHCP zu stellen, sondern manuell einzurichten.

Da man sich wohl mit einem Batch-Script nicht per Telnet verbinden kann, ich aber unbedingt das Problem mit Windows Bordmitteln lösen wollte habe ich ein VB-Script geschrieben. So braucht Ihr nicht  extra noch einen Telnet-Client installieren um zu scripten.

Erstellt eine Datei namens OPLay-Samba-start.vbs und tragt dort folgendes ein:

set sh=WScript.CreateObject("WScript.Shell")
sh.run "telnet 192.168.0.50"
WScript.Sleep 200
sh.SendKeys "root"&vbcr
WScript.Sleep 200
sh.SendKeys "cd /tmp/package/script"&vbcr
WScript.Sleep 200
sh.SendKeys "./configsamba"&vbcr
WScript.Sleep 200
sh.SendKeys "./samba start"&vbcr
WScript.Sleep 5000
sh.run "explorer.exe " & "\\Venus"
WScript.Sleep 3000
sh.SendKeys "exit"&vbcr
WScript.Sleep 500
sh.SendKeys ""&vbcr

Download VBScript (Achtung: die IP-Adresse muss noch angepasst werden)

Ich will das Script hier im Einzelnen nicht erklären. Es loggt sich ein und vollbringt quasi das gleiche wie wir im Vorhinein Manuell erledigt haben. Zusätzlich wird direkt in Windows ein Explorer mit dem Netzwerkpfad “\\Venus” geöffnet. Falls Ihr das nicht wollt, dann einfach den folgenden Teil (Zeile 12 & 13) weglassen:

sh.run "explorer.exe " & "\\Venus"
WScript.Sleep 3000

Danach wird Telnet wieder verlassen (sh.SendKeys “exit”&vbcr) und das Fenster geschlosssen (sh.SendKeys “”&vbcr).

Jetzt braucht Ihr nur noch entweder automatisiert oder manuell das Script ausführen und schon seht Ihr die Festplatten der Box im Netz.


Fazit

Das Ganze ist eine echt coole Geschichte. Aber zwei Punkte solltet Ihr bedenken.

  1. Samba ist kein Übertragungs-Weltmeister. USB ist definitiv schneller
  2. Es handelt sich hier nicht wirklich um ein NAS, da es keiner Sicherheitsmechanismen gibt. Aber was will man auch von einer Box erwarten welche für das eigene Login kein Passwort vergeben hat ;) . Vielmehr ist es ein im Netzwerk zentral erreichbarer Storage.

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